It Ain’t Over Till it’s Over

(Lenny Kravitz)

Nach meiner Rückkehr geht die administrative Arbeit erst richtig los. Mails an Veranstaltende, Nachrichten an Bloggende und immer die Befürchtung im Nacken, niemand hätte Interesse, denn das Format Bloglesung scheint aus der Mode gekommen. Es ist schwer, geeignete Räume zu finden, denn entweder sind sie zu klein, am vorgesehenen Termin schon belegt oder die Preisvorstellung ist utopisch hoch. München ist ein teures Pflaster. Während man sich früher in Berlin einfach eine der unzähligen Bars aussuchte und die Lesung für vierzehn Tage später im Blog ankündigte, war es in der Süddeutschen Landeshauptstadt schon immer etwas komplizierter. Auf meiner Einkaufsrunde komme ich am Boxwerk vorbei. Hier hatte doch jüngst der Freund und Jazzpianist Claus Raible ein Konzert. Die Location schaue ich mir gleich mal an.

Im Hinterhof der Schwindtstraße ist die Halle seitlich geöffnet. Drinnen laufen ein paar Trainierende herum. Eine Aussentreppe führt zum Eingang ins Untergeschoss. Der freundliche Mitarbeiter bietet mir eine Besichtigung an. Mittig im Raum steht prominent der riesige Boxring. Das sei das Original der Olympischen Spiele von 1972, wie mir der Mitarbeiter erklärt. Zudem befinden sich in der Halle eine kleine Bar und eine Empore mit Klavier. Instantan habe ich zig Ideen und Assoziationen zur Lesung in diesen Räumlichkeiten. Das ist die ideale Location. Kurz darauf schreibe ich den Inhaber an. Es dauert nicht lange, da kommt seine Antwort. Wir telefonieren und sind uns sofort sympathisch. Von der Idee aus dem Gespräch mit Mek in Berlin bis zur Finalisierung verging etwa eine Woche. Ich finde das durchaus rasant, wobei mir der Zufall in die Hand spielte. Und wenn was derart flutscht, soll es wohl so sein.

Noch stehen nicht alle Teilnehmenden fest. Die Antwort einer Bloggerin auf meine Einladung lautet: „Scheiße, da habe ich Zeit“, denn eigentlich wollte sie nie irgendwo lesen, sagt aber dann doch spontan zu. Die beliebtesten Bloggenden der gesamten Republik werden in München anwesend sein. Aus München, Frankfur und Berlin, steigen sie am 24. Oktober in den Ring, um ihre Texte zu präsentieren und sich anschließend unter’s Publikum zu mischen. Ich selbst werde den Abend übrigens nur moderieren, denn das muss auch jemand machen. Seien Sie also dabei, wenn es bald wieder heißt:

It ain’t over till it’s over

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